Flyer erstellen – Grundlagen für einen guten Flyer Tipps & Tricks für gutes Printdesign - Texte

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DIE DATEN – Texte bei Printgestaltung

Wenn ein Printprodukt (Flyer, Faltblatt, etc.) gestaltet werden soll, benötigen wir zuerst folgende Vorgaben:
Format (DIN Formate wie die gängigen A6, A5, A4, DIN lang, quadratisch oder andere Sonderformate)
Ausrichtung (hoch oder quer)
Seitenzahl (1-2 Seiten Flyer, 4-8 Seiten Folder/Faltblatt, >8 Seiten Broschüre)

Außerdem sollte zumindest der Text, der für die Gestaltung verwendet werden soll, bereits vorliegen.

So ermittelt man die richtige Menge für Flyer & Folder

Die erste und wichtigste Frage lautet: Passt die Textmenge zum gewählten Format bzw. der Seitenzahl? Dies sollte vor der Gestaltung geprüft werden, damit man nicht während der Designphase alles nochmal umstellen muss. Wenn wenig Text vorgegeben ist, können wir uns bei Gestaltungselementen richtig austoben. Wenn sehr viel Text vorhanden ist, müssen wir leider mit den wenigen übrigen Flächen haushalten oder aber den Text kürzen (lassen) bzw. ein anderes Format oder mehr Seiten wählen.

Achte also darauf, dass das Produkt nicht völlig mit Text überladen wird. Je nach Formatierung setzen wir den Text zuerst komplett in 12 pt. einer Standardschrift und schauen uns den Umfang z.B. in Word an. Am besten direkt auf dem angestrebten Format mit der entsprechenden Seitenzahl oder auf DIN A4, um sich einen Überblick zu
verschaffen. Dann verteilen wir die Textpassagen so auf den Seiten, wie sie später platziert werden sollen. Die Schriftgrößen (Fließtext, Überschriften etc.) können wir später ändern, wenn wir Schriftarten gewählt haben und gestaltet wird.

Als Faustregel sagen wir:
Im gleichen Format sollte der Fließtext (12 pt.) mind. eine Seite weniger füllen, als vorgegeben. Daher verteilen wir eine gefüllte DIN A5 Seite auf 2 Seiten in DIN A5. Eine volle DIN A4 Seite liefert in etwa Text für 6 Seiten DIN lang oder 4 Seiten DIN A5.

Sonderfall 1-seitige Flyer: Eigentlich sollte ein Cover nicht mehr als Überschrift/Thema, evtl. Kontaktdaten & Slogan (falls vorhanden) sowie die wichtigsten Infos enthalten. Von der 1-seitigen Gestaltung raten wir ab einer gewissen Textmenge ab. Wenn es ein 1-Seiter sein muss, sollte der Fließtext (in 12 pt.) nicht mehr als 1/4 der Dokument-Fläche einnehmen, bei einem DIN A4 Flyer also eine max. Textmenge eines DIN A6 Dokuments. Wichtig ist, dass Platz für schöne Gestaltung und harmonische Verteilung der Inhalte bleibt. „Zu wenig“ Text gibt es fast nicht, da sich bei jedem Produkt auch eine geringe Textmenge leicht mithilfe von tollen Design-Ideen & großen Bildern ausgleichen lässt.

Wie man eine Textstruktur plant

Ist die Textmenge in Ordnung, schauen wir als nächstes, ob der Text gut strukturiert ist. Haben wir eine interessante Überschrift, je nach Umfang auch mehrere Zwischenüberschriften oder ist der Text unformatiert? Wenn letzteres zutrifft, schauen wir uns den Text genauer an, und vergeben selbst Überschriften oder nutzen andere Möglichkeiten der Schriftsetzung, wie eine Aufzählung, ein Zitat, oder ähnliches.

Schriften: Die Qual der Wahl

Normalerweise gibt das Corporate Design ein Schriftkonzept für die Gestaltung vor. Dort ist definiert, welche Schrift(en) für welche Anlässe und mit welchen Spezifikationen genutzt werden. Wenn keine oder nicht “genügend” Schriften vorgegeben sind, um Texte ansprechend zu gestalten und zu strukturieren, dann suchen wir uns (nach eventueller Absprache) ein harmonisches Konzept aus, welches zum Unternehmen passt und das Design aufwertet.

Für Fließtexte eignen sich am besten, wie der Name schon sagt, flüssig lesbare Schriften. Dies trifft auf annähernd alle Serifenschriften und serifenlose Schriften zu. Für vielfältige Überschriften kann man neben Schriften mit oder ohne Serifen auch mit Schreibschriften und Diplayschriften nutzen. Schau dir dazu gern unsere “Schriftklassifizierung” an.

Wo finde ich gute Schriften zum Download?

Die folgenden Portale bieten unzählige Schriften zum Downloaden an, viele davon sind gratis Fonts. Es kann nach vielen Kriterien gefiltert werden, wenn z.B. eine schöne Schreibschrift gesucht wird oder zusammen passende Pakete als Inspirationshilfe benötigt werden oder du schon einen bestimmten Autor kennst, der tolle Schriften erstellt hat, und man noch etwas aus seinem Portfolio haben möchte.

Passende Fonts gewählt – und jetzt?

Je nach gewählter Schrift (manche fallen kleiner oder größer aus), setzen wir Fließtexte in einem Größenbereich von 8 bis 11 pt. und Überschriften / Zwischenüberschriften z.B. fetter, farbig hervorgehoben und / oder größer. So strukturiert man Texte sinnvoll, damit der Leser die wichtigsten Infos sofort und alles andere gut verständlich und mit absteigender Priorität erfassen kann. Wenn der Text, die Schriften und eine passende Struktur zumindest gedanklich feststehen, könnte man bereits mit der Gestaltung starten. Sollen Bilder verwendet werden, die vorgegeben sind oder passend zum Text rausgesucht werden sollen, kann man auch dieses bereits vor der Gestaltung tun und sich alle Elemente zur Übersicht zusammen stellen. Dann kann es mit dem Design losgehen, dazu sllte man sich zuerst Folgendes fragen:

Wie kann ich die passende Platzierung von Texten auf einem Flyer umsetzen?

Dazu ist es wichtig, sich wieder das Format, die Seitenzahl sowie Sinn und Zweck des Printprodukts vor Augen zu führen. Dabei gilt grundsätzlich: Die erste Seite (also das Cover) sollte nicht mehr als Überschrift/Thema, evtl. Kontaktdaten & Slogan (falls vorhanden) sowie die wichtigsten Infos enthalten. Was heißt denn “wichtig”?

Sagen dir die 7 journalistischen W-Fragen etwas? In Kürze besteht die Antwort aus 7 Fragen: “Wer? Was? Wann? Wo? Wie? Warum? Wozu?” Die ausführlichere Antwort, was journalistische Fragen mit der Flyergestaltung zu tun haben, ist leicht erklärt: Jedes Printprodukt will informieren, egal ob es um ein Unternehmen (Imagewerbung, Termine, Veranstaltungen, Ankündigungen), Produkte (Preiswerbung, Neuvorstellung, Qualitätsversprechen) oder andere Inhalte geht. Wir drucken ja keine Flyer, damit sie niemand liest. Und diese Informationen müssen zwar je nach Anlass und Inhalt unterschiedlich verpackt werden, aber eine Gemeinsamkeit haben Sie mit einem journalistischen Text: Zumindest die Antworten auf 4-7 Fragen sollten gegeben sein. So stellt sich der Journalist die 7 Fragen (Wichtig sind die ersten 4 Fragen, der Rest ist Kür):

  1. Wer ist beteiligt?
  2. Was ist geschehen?
  3. Wo?
  4. Wann?
  5. Wie (Einzelheiten)?
  6. Warum?
  7. Woher stammt die Information (Quelle)?

Vielleicht kennst du dieses Fragen-Antworten-Prinzip auch noch aus der Schule. Wenn man einen Aufsatz schreiben wollte, sollte man für den Text zuerst einige Dinge überlegen, nämlich die Antworten auf folgende, ähnliche Fragen:

  1. Wer (Hauptfigur und Nebenfiguren) macht / unternimmt
  2. was (Handlung)
  3. wann (Zeitpunkt)
  4. wo (Ort)
  5. wie (Handlung)
  6. warum (Motivation)
  7. wozu (Ziel)

Beide Fragenkataloge können für ein informatives Printprodukt herangezogen werden, wobei letzterer eingängiger und allgemeiner ist. Wer aufgepasst hat, weiß nun, was das “Wichtigste” ist und somit auf Titelseite / Cover (bzw. zumindest auf der Rückseite) gehört: Korrekt – die ersten 4 W-Fragen! Dabei lauten die Antworten für unsere Zwecke etwas anders:

  1. Wer bezeichnet das Unternehmen bzw. den “Verfasser” der Informationen auf dem Flyer. Dies kann man am nbetsen mit einem Logo (dem Unternehmensnamen) darstellen.
  2. Was sollte mit einer Überschrift, einem Satz oder auch nur einem Schlagwort beantwortet werden, welches das Thema deutlich macht.
  3. Wann wird nicht nur dann gefragt, wenn es um Veranstaltungen oder andere wichtige Termine geht. Eine Rabattaktion hat meist einen Gültigkeitszeitraum. Und selbst bei Imagebroschüren kann der Stand der Informationen interessant sein (wird eher auf die Rückseite gesetzt).
  4. Wo entspricht natürlich der Anschrift des Unternehmens bzw. bei Events der Location. Bei letzterem sollte zumindest in aller Kürze ein Hinweis auf der Vorderseite gegeben werden. Ansonsten gehört eine Firmenadresse auf jeden Flyer und wird auf der Rückseite erwartet.

Bei mehrseitigen Printprodukten können die restlichen Informationen (also Antworten auf die Fragen 5-7 und mehr) ansprechend bebildert und ausführlich erklärt auf den Innenseiten verteilt werden. Bei 2-seitigen Flyern sollte die Rückseite nicht zu sehr überfüllt werden. Die Frage 7 kann man der Fantasie des Lesers überlassen und am besten entweder Frage 5 oder 6 auf den übrigen Seiten (wenn vorhanden) etwas ausführlicher beschreiben. Die Faustregel zur Textmenge pro Seite hast du ja bereits oben im ersten Abschnitt gesehen.

Im nächsten Schritt befassen wir uns mit weiteren (Kunden-) Daten für Flyer und Folder, nämlich den Bildern und Grafiken für die Gestaltung. Hier gehts zum Text Teil 2 “Tipps & Tricks für gutes Printdesign – Bilder”.

About the Author

mein Name ist Sina. Ich bin seit über 6 Jahren Mediengestalterin und hätte nie gedacht, dass ein Beruf mal so gut zu mir passen würde. Nach dem Abi hatte ich einfach zu viele Interessen, sodass ich den Studiengang Literary-, Cultural and Media Studies mit Social Science im Nebenfach wählte. Mit dem ersten Praxiskurs Grafikdesign war der Berufswunsch jedoch klar. Bei vyn habe ich neben dem Traumjob auch das beste Team an meiner Seite.

Das Beste am Beruf des Mediengestalters ist, dass man nicht nur kreativ sein kann, sondern auch jeden Tag etwas Neues entdeckt. Die vielen Branchen, Unternehmen und Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, erfordern sogar, dass man Fragen stellt, recherchiert und den Kunden kennen lernt. Nur so kann man individuelle Designs erstellen, die dem Kunden unseres Kunden auffallen und gefallen. Unser Ansporn ist, dass der Kunde, der Kundes-Kunde und auch wir mit unseren Designs nicht nur zufrieden, sondern davon begeistert sind.