Corporate Design: passende Schriften für das Unternehmen finden Ganz leicht ein professionelles Schriftkonzept erstellen

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Schrift weckt Emotionen & Assoziationen
Die Wahl einer passenden Schrift hat enorme Auswirkungen auf die gesamte Gestaltung. Folgende Fragen können bei einer pragmatischen Auswahl helfen:

  • Passt die Schrift zur Branche / zum Unternehmen?
  • Passt die Schrift zum Produkt / zur Dienstleistung?
  • Gefällt die Schrift meiner Zielgruppe?
  • Verfügt die Schrift über genügend Schriftschnitte?
  • Wird mehr als eine Schriftart bzw. ein Schriftkonzept benötigt?
  • Ist sie möglichst universell einsetzbar, für Printmaterial ebenso wie im Web?
  • Darf die Schrift kommerziell genutzt werden?

Genau die Assoziationen, die man mit einer bestimmten Branche verbindet oder die man sich für sein Unternehmen wünscht, kann man auch verschiedenen Schriften bzw. unseren definierten Gruppen zuweisen. Lineare Schriften sind neutral, können edel & modern (condensed, thin, light) oder bodenständig (bold, heavy, black) sein. Serifenschriften werden ebenfalls als edel & professionell, aber auch traditionell & historisch angesehen. Schreibschriften können altertümlich wirken, sind aber auch je nach Kombination mit Farben und anderen Schriften gerade sehr modern. Die Display-Schriften eignen sich für wenige Worte, die hervorgehoben werden sollen, versprechen Aufmerksamkeit und sind sehr vielseitig einsetzbar.

Schriftklassifizierung

Sucht man online nach der Klassifizierung von Schriften, so erhält man mehrere unterschiedliche Ansätze. Es gibt u.a. die DIN Norm 16518, die 11 Schriftgruppen unterteilt bzw. Abwandlungen dieser Norm, die aufgrund der stetig neu entwickelten Schriften erweitert werden, eine ISO/IEC Norm (9541), sowie diverse wissenschaftliche Ansätze zur Differenzierung, bspw. nach dem sog. „Formprinzip“. Lediglich die rechts beschriebenen Begriffe zu schrifttypischen Merkmalen sind einheitlich. Wie in letzterem Ansatz nutzen wir für eine vereinfachte Einteilung die Hauptmerkmale des Schriftcharakters, nämlich ob die Schrift Serifen aufweist (SR) oder auf geometrischen Formen beruht (SL), ob es sich um eine Schreibschrift (S) handelt oder besondere, auffällige Schriften (D).

Zur besseren Übersicht teilen wir die Schriften nach ihren Merkmalen in 4 Gruppen ein (diese Gruppen beziehen sich nur bedingt auf Schriftklassifizierungen). Wir unterscheiden zwischen Schriften mit und ohne Serifen, Schreibschriften und Displayschriften. Im Folgenden zeigen wir dir einen kurzen Einblick in die Aufteilung.

Serifenlos – SL

Klare, geometrische Formen und Linien mit gleichbleibender Strichstärke, von sehr fein bis sehr fett, zeichnen diese Schriften aus.

Serif – SR

Einige Buchstaben weisen „Serifen“ (feine Querlinien entgegen der Linien-Grundrichtung) und schwache bis starke Strichstärkenunterschiede auf.

Script – S

Ob Pinsel, Kreide, Füller oder Schreibfeder, Schreibschriften sind total angesagt und täglich werden neue Fonts dazu erstellt.

Display – D

Auffällige Buchstaben mit Display-Charakter, heißt, die verhältnismäßig großen Buchstaben sind auf Distanz gut erkennbar. Oft bestehen die Schriftsätze nur aus Großbuchstaben.

Eine gute Wahl!?

Hier sieht man gleich, wie sich die Wahl der Schriften auf ein bestimmtes Thema auswirkt. Für ein Kosmetikstudio (Bsp. 1) eignen sich Schreibschriften mit feinen, geschwungenen Linien deutlich besser als fette Displayschriften.

Schriften kombinieren

Für die folgenden Fälle gibt es natürlich immer Ausnahmen, pauschal kann man bei den Schriftgruppen sagen, dass z.B. eine Displayschrift schon sehr plakativ und aufmerksamkeitserregend ist, da sie einen besonderen Stil hat. Dies würde durch eine weitere auffällige Schrift schlimmstenfalls den Rezipienten überfordern oder sich ins Negative verkehren (Frei nach: „Minus x Minus ergibt Plus“). Hier zeigen wir für alle Kombinationen ein Beispiel. Bei den gewünschten Kombinationen wirkt es sehr harmonisch, wobei man auch hier ins Fettnäpfchen treten kann.

Diese Beispiele zur Visualisierung von „guten und schlechten“ Designelemente, die GO´s und NO GO´s, werden wir noch öfter nutzen, je praxisbezogener wir vorgehen. So zeigen wir nun, wie man nicht nur 2 verschiedene Schriften grundsätzlich als Konzept umsetzen kann, indem man z.B. eine Schrift für Überschriften und eine für Fließtexte nimmst, sondern wie man auch für Logos, Slogans oder schöne grafische Elemente 2 Schriftarten zusammen konstruieren kann:

Ganz wichtig:
Es sollte immer darauf geachtet werden, dass die gewählten Schriften sowohl für Prints als auch im Web nutzbar sind. Alternativ kann es 2 aufeinander abgestimmte Schriftkonzepte geben, eines für Print und eines für Web, welche aber trotzdem einen Wiedererkennungswert haben und das Unternehmen ansprechend präsentieren.

About the Author

mein Name ist Sina. Ich bin seit über 6 Jahren Mediengestalterin und hätte nie gedacht, dass ein Beruf mal so gut zu mir passen würde. Nach dem Abi hatte ich einfach zu viele Interessen, sodass ich den Studiengang Literary-, Cultural and Media Studies mit Social Science im Nebenfach wählte. Mit dem ersten Praxiskurs Grafikdesign war der Berufswunsch jedoch klar. Bei vyn habe ich neben dem Traumjob auch das beste Team an meiner Seite.

Das Beste am Beruf des Mediengestalters ist, dass man nicht nur kreativ sein kann, sondern auch jeden Tag etwas Neues entdeckt. Die vielen Branchen, Unternehmen und Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, erfordern sogar, dass man Fragen stellt, recherchiert und den Kunden kennen lernt. Nur so kann man individuelle Designs erstellen, die dem Kunden unseres Kunden auffallen und gefallen. Unser Ansporn ist, dass der Kunde, der Kundes-Kunde und auch wir mit unseren Designs nicht nur zufrieden, sondern davon begeistert sind.