Corporate Design: Passende Firmen Farben entwickeln Wie Sie ein gutes Farbkonzept erstellen

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Visuelle Eindrücke machen die Grafikbranche zu großen Teilen aus, daher sollten wir uns genauer mit dem Thema befassen. Um Markenidentitäten aufzubauen und zu stärken, sind treffende Farben unabdingbar. Wie auch bei der Schriftauswahl stellen wir uns bei der Farbsymbolik einige Fragen:

  • Was wollen wir über ein Unternehmen / eine Marke aussagen und welche Farben bieten sich dafür an?
  • Was erwartet die Zielgruppe und was bewegt sie zum Handeln / Kaufen?

Es gibt viele Eindrücke und Emotionen, positive wie negative, die bei der Konzeption der Farben unter Berücksichtigung der gewünschten Außenwirkung beachtet werden sollten. Einige Unternehmen nennt man oft als Paradebeispiel dafür, wie eine Farbe allein als Werbemittel eingesetzt wird und das komplette Konzept darauf ausgerichtet ist:

  • Welche Schokoladenmarke meinen wir, wenn wir von der „lila Kuh“ sprechen?
  • Welche Farbe hat dein Strom? Gelb oder Grün? Und dann ist er billig oder nachhaltig, richtig?
  • Und last but not least: An wen denkt man beim Wort „Magenta“? Es steht sicher außer Frage, dass das jemand nicht weiß.

Übrigens hat sich dieses große, deutsche Telekommunikationsunternehmen „ihr“ Magenta sogar schützen lassen. Jedes andere Unternehmen aus dieser Branche sollte tunlichst vermeiden, die Farbe mit dem Hexadezimalwert #E20074 bzw. RAL 4010 zu nutzen – das kann teuer werden.

Farben richtig einsetzen

Sinnvolle und ansprechende Farbgestaltung ist gleichzusetzen mit den anderen Gestaltungsmitteln, wie Bildern, Texten und Formen. Mit ihrer Hilfe kannst du unterteilen, verdeutlichen, hervorheben uvm. Wir wollen im Folgenden zeigen, welche Kombinationen und Kontraste verwendet werden können, um dein Design bestmöglich in Szene zu setzen. Wir zeigen einige Farbharmonien, die für unterschiedliche Themen nutzbar sind.

Sämtliche Farbkontraste lassen sich mit Hilfe des Farbkreises (Ittens Farbkreis) wiedergeben. Hier siehst du sehr gut, wie der Komplementärkontrast zustande kommt, denn im Grunde sind das gegenüberliegende Farben im Farbkreis (nach Newton bzw. nach dem System der Farbmetrik).

Unser Tipp:
Ein hilfreiches Tool zur Farbfindung ist die Browseranwendung ADOBE COLOR. Hier kannst du verschiedene Farbkontraste aus einer Basisfarbe generieren oder Farbtöne aus einem Bild (für themenbasierte Gestaltung) extrahieren.

Farbkontraste

Farbkontraste liegen vor, sobald mindestens 2 Farben mit unterschiedlichen Dimensionen zu sehen sind. So ziemlich jeder kennt verschiedene Formen optischer Täuschungen und Effekte, die mit Farben erzeugbar sind. Das unten stehende Bilder-Rätsel beruht auf einem pseudoisochromatischen Bild mit dem Rot-Grün-Kontrast. Etwa jeder 10. Mensch kann es aufgrund einer Störung der Farbwahrnehmung von Rot- und Grüntönen nicht lösen. Für alle anderen ist dieses Rätsel gleichzeitig ein Beispiel für den Komplementärkontrast, der aus im Farbkreis gegenüberliegenden Farbtönen gebildet wird.

Diesen und weitere Farbkontraste werden wir im Folgenden visualisieren, denn eine ansprechende und Aufmerksamkeit erregende Gestaltung lebt oftmals von den verwendeten Farben.

Der Komplementärkontrast ergibt sich aus Farben, die sich im Farbkreis gegenüberliegen.

Farben, welche im Farbkreis nahe beieinander liegen, lassen sich zu einer ästhetischen Farbharmonie zusammenstellen.

Bei diesem Kontrast dominiert eine Farbe durch ihre Strahlkraft, auch wenn sie verhältnismäßig deutlich weniger Verwendung findet. Hier kann es sich gleichzeitig um einen Komplementärkontrast handeln.

Der Qualitätskontrast beschreibt das Zusammenwirken von Farben mit unterschiedlicher Sättigung, also wenn beispielsweise eine stark gesättigte und eine ungesättigte Farbe kombiniert wird.

Der Hell-Dunkel-Kontrast entsteht durch die Kombination verschiedener Farbhelligkeiten.

Dieser Farbkontrast entsteht durch seine Wirkung, die er beim Betrachter erzielt. Werden also Farben, die als warm und Farben, die als kalt empfunden werden, kombiniert, entsteht der Kalt-Warm-Kontrast.

Sobald mehrere reinbunte Farben aufeinander treffen spricht man vom „Farbe-an-sich-Kontrast“. Er ist somit der einfachste Farbkontrast.

Das Farbaussehen kann sich aufgrund der Umgebungsfarbe ändern, z.B. wirkt derselbe Ton auf einem hellen / dunklen Untergrund entgegengesetzt dunkler / heller. Bei Grautönen kann in Kombinationen mit bunten Tönen der Eindruck eines Farbstichs entstehen.

Farbharmonien

Für Farbharmonien gibt es eigentlich kein Patentrezept, denn hier steht eher das subjektive Empfinden angenehmer bzw. ästhetischer Kombinationen von (verschiedenen) Farben im Vordergrund. Allgemein als harmonisch gelten aber z.B. eine Reihe von verschiedenen Sättigungs- oder Helligkeitsstufen einer Farbe.

Auch die im Farbkreis nebeneinander oder entgegenliegenden Farben können zu angenehmen Harmonien zusammengesetzt werden.

Bunte Farben in Kombination mit Schwarz, Weiß oder Grau funktionieren sehr gut miteinander.

Was oft als unschön empfunden wird, sind Kombinationen von Farben, die im Farbkreis nicht direkt nebeneinander, aber in der Nähe liegend sind. Bei dieser Zusammenstellung sagt man gern „das beißt sich“. Allerdings kann auch dieser Fall, der bei Kleidung meist als NO GO bezeichnet wird, bei der Gestaltung einen erwünschten Effekt erzielen.

Im Folgenden haben wir ein paar Farbharmonien für dich zusammen gestellt, die jeweils unter einem „Motto“ laufen, denn Farbharmonien sollten immer im Zusammenhang mit dem Thema, der Branche, den Wünschen des Kunden etc. gesehen und entwickelt werden.

Zu jeder Farbharmonie zeigen wir auch ein Beispiel für eine Geschäftsausstattung in den jeweiligen Corporate Design Farben. Du siehst, dass man natürlich nicht immer alle 4 Farben zusammen verwendet muss oder sollte, da es sonst zu überladen wird. Zu einem guten Corporate Design gehört es auch, festzulegen, welche Farben primär und sekundär genutzt werden, welche Farben für Schriften/Überschriften genutzt werden und welche für Flächen/Grafikelemente.

Mehr davon gibt es in unserem Design Guide oder zum Inspiration holen und selbst zusammen stellen unter color.adobe.com/de/explore.

Ein Einblick in die Farbsymbolik

Licht, Sonne, Wärme, Reife, Kraft, Geschmack sauer (Zitrone)

Glut, Lebhaftigkeit, Freude, Ausdauer

Liebe, Hitze, Feuer, Wille, Wut (Signalfarbe)

Zärtlichkeit, Kitsch, Kindlichkeit

Magie, Mystik, Maskierung, Inspiration

Himmel, Freiheit, Friede, Treue, Symphatie, Ruhe

Natur, Frühling, Gesundheit & Leben, Unreife, Neid

Neutralität, Nachdenklichkeit, Funktionalität

Trauer, Einsamkeit, Wandel, Sachlichkeit, Eleganz

About the Author

mein Name ist Sina. Ich bin seit über 6 Jahren Mediengestalterin und hätte nie gedacht, dass ein Beruf mal so gut zu mir passen würde. Nach dem Abi hatte ich einfach zu viele Interessen, sodass ich den Studiengang Literary-, Cultural and Media Studies mit Social Science im Nebenfach wählte. Mit dem ersten Praxiskurs Grafikdesign war der Berufswunsch jedoch klar. Bei vyn habe ich neben dem Traumjob auch das beste Team an meiner Seite.

Das Beste am Beruf des Mediengestalters ist, dass man nicht nur kreativ sein kann, sondern auch jeden Tag etwas Neues entdeckt. Die vielen Branchen, Unternehmen und Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, erfordern sogar, dass man Fragen stellt, recherchiert und den Kunden kennen lernt. Nur so kann man individuelle Designs erstellen, die dem Kunden unseres Kunden auffallen und gefallen. Unser Ansporn ist, dass der Kunde, der Kundes-Kunde und auch wir mit unseren Designs nicht nur zufrieden, sondern davon begeistert sind.